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Kirche
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Kirche St. Johannes Ap.

Die Dieblicher Pfarrkirche wurde in den Jahren 1844 bis 1848 nach Plänen des Koblenzer Baumeisters Ferdinand Nebel erbaut und dem Apostel Johannes geweiht. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche im neoromanischen Stil mit fünf Jochen, Querhaus, Chorjoch und Apsis. Mächtige Säulen mit Würfelkapitellen tragen das kuppelige Gewölbe. Außen befinden sich Rundbogenfriese mit Lisenen, der Turm ragt über hohem Sockel zweigeschossig auf. Die Kirche ersetzt einen Bau von vor dem Jahre 1300, der auf dem unteren Teil des gegenüberliegenden Friedhofs stand. Diese alte Kirche war zu klein für die größer gewordene Gemeinde und vermutlich auch baufällig.

Von der Ausstattung der alten Kirche wurden etliche Kunstwerke in das neue Gotteshaus übernommen. So aus der Barockzeit mehrere Heiligenfiguren, die sich deutlich von den Figuren aus der Zeit des Neubaus durch ihre geringere Größe und die lebhafteren Ausdrucksformen unterscheiden. Vom Ende des 14. Jh. stammten eine neugefasste, thronende Madonna mit Kind sowie eine Anna Selbdritt (Mutter Anna, Tochter Maria und Jesuskind). Der pokalförmige Taufstein mit Messingaufsatz und zwei Beichtstühle haben sich aus dem 18. Jh. erhalten.

Neben dem Figurenschmuck ist die Ausmalung der Apsis im Stil der Erbauungszeit selten und voller Symbolik. Den Altarraum umgibt ein altrotes Teppichimitat mit Schreitvögeln und floralen Medaillons. Darüber ranken Weinstöcke mit Reben und Tauben. Zwei Portale öffnen die aufgemalte Mauer. Sie sind der Zugang zum Christen- tum, das durch die Darstellung der sieben Sakramente im nächsten Abschnitt symbolisiert wird. Das Gewölbe über dem Altar zeigt den lehrenden und segnenden Schöpfer im kosmischen Glanz, umrahmt von den zwölf Sternbildern des Jahreskreises.

Drei Glocken der alten Kirche dienten bis zum Jahre 1862 in der neuen Kirche als Geläut. Das Material (Bronze) der vier neuen Glocken wurde im Jahre 1942 für Kriegswaffen eingeschmolzen. Erst im Jahre 1949 erwarb die Gemeinde neue Glocken aus Stahl, die im Jahre 1975 gegen klangvollere Bronzeglocken ausgetauscht wurden. Dieses vierstimmige Geläut erklingt bis heute. Die kleinste der ursprünglichen Glocken, gegossen 1407, hängt in der 1985 erbauten Friedhofshalle und gibt bei Beerdigungen den Verstorbenen das letzte Geleit.

 

                      Die Breidenfeld-Orgel                              

Die Dieblicher Pfarrkirche ist nicht nur aus architekturgeschichtlicher Sicht interessant, sondern sie hat mit der denkmalgeschützten Breidenfeld-Orgel aus dem Jahre 1854 eine besondere Kostbarkeit zu bieten. Berühmt ist die Breidenfeld-Orgel nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch wegen ihres Erbauers und Namensgebers: Heinrich Wilhelm Breidenfeld (1798 – 1875) aus Hattingen an der Ruhr. Er erwarb sich einen guten Ruf durch den Umbau der Domorgel in Münster und der Domorgel in Trier. 1838 siedelte er selbst nach Trier über.

Breidenfeldorgel

Von den 60 Orgeln, die Breidenfeld und später seine Söhne bauten, ist das Dieblicher Instrument mit 28 Registern und 1340 Pfeifen - die Länge reicht von 17,5 cm bis fünf Meter - das größte noch erhaltene.
In all den Jahren blieb die Dieblicher Orgel weitgehend von substanzveränderten Eingriffen verschont. Dank erhaltener historischer Schriftquellen konnten die Orgelbauer bei der Generalsanierung in den Jahren 2001/2002 die Orgel wieder in ihren Originalzustand von 1854 versetzen und die ganze Klangfülle von damals wieder auferstehen lassen.

 

Hochaltar

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